Life in plastic, it’s fantastic

“I’m a Barbie girl in a Barbie world. Life in plastic, it’s fantastic.”…

Diese Zeilen haben echtes Ohrwurm-Potential. Dieser Beitrag soll aber nicht von diesem Poplied handeln, oder auf Barbie und Ken eingehen, sondern vielmehr auf den Inhalt der Aussage. “Life in plastic. It’s fantastic.” Ist ein Leben mit Plastik so fantastisch? Welche negativen Folgen hat Plastik für uns und wie können wir, wie es immer so schön heißt, “etwas verändern”?

Seit je her nutzen wir Plastik im Alltag und ohne den Kunststoff, würden wir ihn nicht mehr meistern können. Ein gutes Beispiel ist die Shampoo-Flasche im Badezimmer, oder Einweghandschuhe im Krankenhaus. Wenn man sich jetzt aber überlegt, wie viel von allem Plastik, welches wir jeden Tag Nutzen, zum mehrmaligen Gebrauch ausgelegt ist, fällt auf, dass das erschreckend wenig ist. Wir leben in einer Einweg-Gesellschaft. Dazu gehören vor allem Verpackungen jeglicher Art. Plastik begleitet uns in nahezu jedem Lebensbereich und genauso vielseitig ist dessen Form und Gebrauch:  Es kann so stabil sein wie Stein, gleichzeitig so leicht wie ein paar Federn, so durchsichtig wie eine Glasscheibe, aber so hart wie Stahl. Es kann zusammenfaltbar sein oder ein robuster Kasten für Getränke darstellen. Auch unsere Lebensmittel sind davon betroffen. Das unser Essen in Plastik gesteckt wird, ist für uns genauso normal, wie das Zähne putzen vor dem zu Bett gehen. Plastik wird sogar verwendet um die Häufchen unserer Haustiere damit einzusammeln.  Können wir überhaupt ganz ohne Plastik leben? Und haben wir überhaupt Einfluss auf die Verpackungs-und Müllindustrie?

Die Antwort auf die Frage wäre : Ja und Nein. Der Verbraucher, damit sind Wir gemeint, üben mit unserem Konsumverhalten Einfluss auf den Handel, und damit auch auf die Verpackungsindustrie. Die Zahlen des Verbrauchs von Einwegtüten konnten durch die Bepreisung dieser reduziert werden. Die folgende Studie zeigt, dass der Gebrauch von Plastiktüten in Deutschland immer unbeliebter wird  (https://de.statista.com/infografik/14078/plastiktueten-werden-immer-unbeliebter/).

Inzwischen wurden auch genug Bücher geschrieben, Informationen gesammelt, im Meer geforscht um zu wissen, dass Plastik , früher oder später, negative Folgen für uns hat. Sei es durch die Fische, welche wir essen, das Mikroplastik, welches wir uns als Peeling ins Gesicht schmieren, die Gase, die wir bei der Verbrennung einatmen oder unsere Natur und damit unseren Lebensraum, welchen wir zumüllen. Im Jahr 2017 fielen in Deutschland knapp 6,15 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle an. Etwa 84,5 % dieser Abfälle entstanden nach dem Gebrauch der Kunststoffe. Die restlichen 15,5 % fielen bei der Herstellung und vor allem bei der Verarbeitung von Kunststoffen an.( https://www.umweltbundesamt.de/daten/ressourcen-abfall/verwertung-entsorgung-ausgewaehlter-abfallarten/kunststoffabfaelle#hohe-verwertungsquoten-)

Eigentlich ist man sich darüber einig, dass weniger MEHR ist und das wir unseren Konsum, besonders beim Einweg-Plastik, reduzieren können. Oft hindert uns ja nur die eigene Bequemlichkeit, wenn der Stoffbeutel daheim liegt oder der Mehrwegbecher vergessen wurde. Es gibt so viele gute Gründe den Verbrauch herunterzufahren z.B. für unsere Meere:  Laut einer aktuellen Studie werden jährlich rund 5-13 Millionen Tonnen Müll insbesondere durch falsches Abfallmanagement und Littering, also die achtlose Entsorgung von Müll in die Umwelt, in die Meere eingetragen. Das hat schwerwiegende Folgen für die Meeresumwelt. Mittlerweile wurden für mehr als 800 Arten von Meereslebewesen negative Auswirkungen durch Meeresmüll nachgewiesen, die wichtigsten Effekte sind dabei das Verschlucken von und das Strangulieren in Müllteilen. (https://www.umweltbundesamt.de/themen/auch-deutsche-meere-leiden-unter-plastikmuell)

Deswegen hebe ich manchmal gerne Müll auf und schmeiße ihn in den vorgesehenen Mülleimer. Oder ich nehme jedes Mal, wenn ich in die Stadt fahre einen Jutebeutel mit, falls ich doch etwas einkaufen werde. Und wenn der Becher daheim vergessen wurde, gibt es eben keinen ToGo-Kaffee, sondern es muss sich Zeit genommen werden für einen Kaffee vor Ort. Ich finde, manche plastik-freien Alternativen sowieso viel ästhetischer und praktischer, da macht der Verzicht sogar Spaß!  Mein Favorit sind Holzklötze, anstatt Plastik-Spielzeug für Kinder. Die haben viel mehr Charme, wenn sie richtige Dellen und Furchen bekommen. So wird eine Geschichte erzählt. Plastiksteinchen können dagegen nicht mithalten. Sie erzählen keine Geschichte. Es gibt noch so viele Dinge, wo der scheinbare Plan-B zu Plastik ja noch viel schöner oder sinnvoller ist. Was sind eure Favoriten? Wo denkst Du Dir „in Plastik ist das ja nicht halb so urig/schön/praktisch“? Manchmal muss man auch nur drauf kommen, dass es auch anders geht. So entsteht eine ganz bunte Sammlung an Ideen und Zero-Plastic- Alternativen! Ich will dich ermutigen aufmerksam zu bleiben, welche Gegenstände Du  mit plastik-freien Alternativen austauschen kannst – oder welche Anschaffung nicht sein muss. So wird mit jedem kleinen Verzicht und jedem kleinen Austausch ein Beitrag geleistet!

(Weitere Informationen findest du unter https://www.umweltbundesamt.de/themen/7-punkte-plan-fuer-weniger-muell-im-meer.)

Liebe Grüße Selina (Botschafter*in, ehemalige Freiwillige in Bolivien)

CD-Botschafter*innen sind Teil der Rückkehrer*innen-Arbeit von Christliche Dienste. Zurückgekehrte Freiwillige wurden im Rahmen eines FEB-Projektes (Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung durch engagement Global) zu Themen der Nachhaltigen Entwicklung fortgebildet. Das Botschafter*innen-Seminar fand im März 2020 statt und bot, neben Themeneinheiten, Raum für Vernetzung und Austausch.

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