Lebst du eigentlich nachhaltig genug?

Lebst du eigentlich nachhaltig genug?

Hast du dir schon einmal diese Frage gestellt? Hattest Du Zweifel, dass es ja nichts bringt, wenn nur Du nachhaltig lebst? Oder Du hast ständig ein schlechtes Gewissen, weil Du nicht auf dieses eine Produkt, von dem Du weißt, dass es nicht nachhaltig hergestellt wurde, verzichten kannst? Einer deiner Freunde kann das mit dem “nachhaltigen Lebensstil” viel besser als Du? Oder Du merkst plötzlich, dass das Produkt, welches Du immer für super nachhaltig gehalten hast,  gar nicht so gut für die Umwelt ist? Was heißt es „nachhaltig zu leben“?


Der Begriff Nachhaltigkeit kommt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und heißt direkt, nicht mehr Bäume zu fällen, als nachwachsen können. Überträgt man dieses Prinzip auf unsere Gesellschaft, kommt man zu folgendem Ergebnis: Nachhaltig ist, was den Bedürfnissen der heute lebenden Menschen entspricht, aber auch, was für künftige Generationen erhalten bleiben kann. Wie können Wir unser Leben heute gestalten, um dieses Ziel zu erreichen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die sogenannte „Nachhaltige Entwicklung“. Nachhaltige Entwicklung ist sowohl ökologisch, ökonomisch, als auch sozial zu verstehen und eben nicht nur Klima-und Naturschutz. Festgehalten wurden die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung weltweit in den „Sustainable Development Goals“ (SDG´s oder auch Nachhaltigkeitsziele). Unter diesen 17 Zielen (https://17ziele.de/) zählt man unter anderem die weltweite Beseitigung von Hunger und Armut, die Versorgung mit grüner Energie, Klimaschutz, Bildungsgerechtigkeit und Frieden.

Nachhaltig zu leben ist vielmehr ein Handlungsprinzip und eine Lebenseinstellung.
Nun gibt es viele Meinungen, Vorbilder und Tipps rund um Nachhaltigkeit. Die Masse an Informationen kann einen schon mal erschlagen und der Berg ist so groß, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Das Zitat von Maya Angelou (US-amerikanische Bürgerrechtlerin) ermutigt mich immer wieder, wenn ich denke, ich mach es nicht perfekt genug: „Do the best you can until you know better. Then when you know better, do better!” Und genauso versuche ich es zu machen!

„Do the best you can…“ Alles was wir leisten, machen wir nach besten Wissen und Gewissen, dass sollten wir nicht vergessen, auch wenn es vielleicht den Anschein macht, dass es nicht genug ist. Der Gedanke daran sein Leben nachhaltiger zu gestalten, kann voll überfordernd sein. Weil man sich mit anderen vergleicht und das Gefühl hat nicht mithalten zu können. Es sollte aber nicht zur Qual werden, es kann mega Spaß machen:  die gewohnten Dinge anders zu sehen oder mal anders anzupacken. Aber alles was man bisher geschafft hat einfach über Bord werfen und bei null anzufangen? „Do the best you can…“, dass heißt meiner Meinung nach auch,  da anzufangen, wo Du stehst. Und nicht von jetzt auf nachher einen riesen Sprung zu machen. Selten ist die Lösung,  die bisher verwendeten Produkte wegzuwerfen und durch „nachhaltigere“ zu ersetzen. Es ist auch nicht nachhaltig, z.B. die halbvolle Shampoo-Flasche weg zu werfen und durch festes Shampoo zu ersetzen. Die bisher verwendeten Produkte können aufgebraucht werden und bei Bedarf durch nachhaltige Alternativen ersetzt werden.

„…until you know better.“ Ich picke mir immer wieder einen Bereich raus, an dem ich arbeiten will. Meistens hinterfrage ich meine bisherigen Produkte, beispielsweise im Bad, oder in der Küche, wenn sie fast aufgebraucht sind. Ich überlege mir, ob ich dieses Produkt wirklich wieder brauche, welchen Nutzen es hat und ob es schon nachhaltig ist. Wenn ich zu dem Entschluss komme, dass es für mich notwendig ist, es aber nicht nachhaltig ist, suche ich nach Alternativen. Manchmal geht es ganz schnell und ich finde eine passende Alternative, aber mitunter kann das auch eine Weile dauern. Denn es gibt nicht immer einen 1:1 Ersatz oder, wie in der Zwischenzeit öfters der Fall, gibt es eine Vielzahl an Alternativen. Da muss jede/r für sich selbst herausfinden, welche Alternative die beste für einen persönlich ist. Denn jeder hat ein Stück weit eine eigene Definition von Nachhaltigkeit, die für ihn oder sie praktikabel ist. Jeder hat eigene Schwerpunkte, nach welchen er oder sie Produkte aussucht. Um einige zu nennen: Natürliche Inhaltsstoffe, Herstellungsort, Preis, vegan, gebraucht, oder möglichst wenig Umweltverschmutzung bei der Herstellung.

„Then when you know better, do better!“ Wenn ich Alternativen gefunden habe, probiere ich sie aus! Manchmal merke ich, dass es viel besser ist, manchmal merke ich, dass ich lieber weiter Suchen sollte. Was für einen selbst nicht funktioniert, heißt ja nicht, dass es in den Müll sollte, vielleicht kannst du das Produkt weiterschenken oder doch selbst aufbrauchen und beim nächsten Mal eine andere Alternative ausprobieren. Ich habe z. B. eine neue Zahnpasta ausprobiert und war nicht so ganz begeistert, dennoch erfüllt sie ihren Zweck und kurz bevor sie aufgebraucht ist, werde ich mich nach Alternativen umsehen.

Ich hoffe ich konnte Dich ein bisschen Ermutigen einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltigem Leben zu machen. Das Wichtigste ist, dass Du Dich dabei wohl fühlst, dann kannst Du immer weitere Schritte gehen, um die wundervolle Schöpfung Gottes zu bewahren. Ich bin der Überzeugung, dass Gott uns geschaffen hat, um in Frieden miteinander zu leben, dass schließt auch den Frieden mit der Natur mit ein. Schließlich ist sie unsere Lebensgrundlage. Nachhaltig(er) zu leben kann ganz unterschiedlich aussehen, aber es beginnt mit deiner Bereitschaft.

Liebe Grüße, Nicole (Botschafter*in, ehemalige Freiwillige in Kanada)

CD-Botschafter*innen sind Teil der Rückkehrer*innen-Arbeit von Christliche Dienste. Zurückgekehrte Freiwillige wurden im Rahmen eines FEB-Projektes (Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung durch engagement Global) zu Themen der Nachhaltigen Entwicklung fortgebildet. Das Botschafter*innen-Seminar fand im März 2020 statt und bot, neben Themeneinheiten, Raum für Vernetzung und Austausch.

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